<< zurück - vor >>

Musik An/Aus
Traumatologie

Die Traumatologie befaßt sich mit der Behandlung von Verletzungen.

Grundsätzlich läßt sich die Weichgewebsverletzung von der Verletzung der Hartgewebe (Knochenbruch) unterscheiden. Oft liegt auch eine Kombination beider Verletzungsmuster vor.

Sport- und Verkehrsunfälle sowie Roheitsdelikte sind in den meisten Fällen die Ursache.

Neben der gründlichen Untersuchung ist häufig auch die Anfertigung von Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Knochen notwendig.

Kleinere Weichteilwunden können meist in örtlicher Betäubung versorgt werden. Hierbei kommt es darauf an, die Wunde "schichtweise" korrekt zu rekonstruieren, d.h. alle verletzten Gewebe wie Muskeln, Bindegewebe und Haut werden einzeln meist durch Naht wieder zusammengefügt. Erst ganz zum Schluß wird mit sehr feinem Nahtmaterial die äußere Haut verschlossen.

Bei allen Wunden besteht die Gefahr der Verunreinigung mit Bakterien, insbesondere bei verschmutzten Wunden oder Tierbissen. Eine gründliche desinfizierende Wundreinigung vor dem Verschluß ist daher wichtig und eine Kontrolle des Tetanusimpfschutzes (Wundstarrkrampf). Wenn kein ausreichender Impfschutz besteht, muß dieser umgehend hergestellt werden.

Bitte bringen Sie zu einer Wundversorgung grundsätzlich Ihren Impfausweis mit, damit die Frage des Tetanusschutzes schnell geklärt werden kann.

Knochenbrüche im Bereich der Kiefer machen sich häufig zunächst dadurch bemerkbar, dass die Zähne nicht mehr richtig aufeinander passen und das Kauen schmerzhaft ist. Oft ist auch die Mundöffnung schmerzhaft eingeschränkt.

Brüche des Jochbeins und/oder der Nase zeigen häufig einen heftigen Bluterguß um ein oder beide Augen, sowie eine Schiefstellung des betroffenen Knochens. Diese ist im Anfang jedoch häufig durch die begleitende Schwellung nicht erkennbar und tritt erst nach Abschwellung einige Tage später deutlich zu Tage.

Doppelbilder deuten auf einen Bruch des Jochbeins hin, wodurch der Augenboden abgesunken ist und das betroffene Auge tiefer steht. Oft ist es auch in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, so dass es Blickbewegungen nicht folgen kann.

Knochenbrüche im Gesicht werden in der Regel mit Miniosteosyntheseplatten und -schrauben versorgt. Hierbei handelt es sich um kleine Metallplättchen von ca. 1,0 mm Dicke, ca. 5,0 mm Breite und unterschiedlicher Länge aus Titan, die mit Schrauben von 5-10 mm Länge auf beiden Seiten des Bruches befestigt werden und diesen dadurch stabilisieren.

Natürlich können diese zarten Platten nicht sofort die volle Belastbarkeit wieder herstellen, sie verhindern jedoch ein Verrutschen der Bruchenden und ermöglichen eine ungestörte Bruchheilung, wenn der Patient stärkere Belastungen für ca. 6 Wochen vermeidet.

Die Knochenbruchversorgung wird bis auf wenige Ausnahmen in Vollnarkose durchgeführt und ist überwiegend durch die Mundhöhle möglich, so dass keine äußeren Narben entstehen. Bei kombinierten Knochen- und Weichteilverletzungen kann die Bruchversorgung auch gleich durch die bestehende Wunde erfolgen.

Wir empfehlen eine Entfernung der Knochenbruchplatten nach 6 Monaten, um eventuellen späteren Entzündungskomplikationen vorzubeugen. In einigen Fällen kann das Material auch belassen werden.

Bei größeren Zerreißungen des Weichgewebes und/oder Trümmerbrüchen ist gelegentlich eine optimale Wiederherstellung in einem Schritt nicht möglich. In diesen Fällen muß in einem 2. und ggfs. 3. Schritt eine Narbenkorrektur (s. Hautchirurgie) oder eine Umstellungsosteotomie der Knochen erfolgen. Hierbei wird der nicht optimal verwachsene Knochen gezielt getrennt und in der richtigen Position mit Osteosyntheseplatten (s.o.) fixiert. Dabei kann auch -falls nötig- ein Knochentransplantat (s.dort) eingebracht werden.

 
 Seite drucken
 Seite versenden
A+ | A- | Reset